Ist es damit getan einige Knigge-Regeln auswendig zu lernen, einen Knigge-Ratgeber zu lesen oder ein Knigge-Seminar zu besuchen? Oder steckt hinter wirklich gutem Benehmen doch ein bisschen mehr?

Gute Umgangsformen, ein guter Umgang mit Menschen und Situationen sollte eigentlich selbstverständlich sein. Im privaten Kreis ist es schlicht eine Frage des Respekts gegenüber seiner Mitmenschen eine „gute Kinderstube” zu zeigen. Im Berufsalltag ist es maßgeblich wichtig für Ihre Karriere, sich souverän auf dem Parkett bewegen zu können. Viele Verhaltensregeln werden mittlerweile wesentlich legerer gesehen und wir wollen nicht wieder in längst verstaubte Etikette-Regeln zurückverfallen.

Die „Knigge-Regeln“ gehen mit der Zeit und steifes Gehabe ist heute zum Glück nicht mehr gefragt. Doch, wer seinem Gesprächspartner das Wort abschneidet, sich bei Tisch schlecht benimmt oder unpassend gekleidet ist, hat es auf dem Weg nach oben ganz sicher schwer. Fast jeder weiß was schlechtes Benehmen ist, aber was ist gutes Benehmen?

Für mich ist ein schlechtes Benehmen grundsätzlich alles, was Respektlosigkeit vermittelt. Dazu gehören narzisstisches Verhalten, Diskriminierung und Gewalt. Höflichkeit, Rücksichtnahme, Wertschätzung und Persönlichkeit heißen die Zauberworte für gute Umgangsformen.

Die Anliegen von Adolf Freiherr Knigge, dem das heutige Nachschlagewerk seinen Namen verdankt, wurde bis in die heutige Zeit missinterpretiert. Sein vor über 225 Jahren erschienenes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ wird schon kurz nach dem Tod des Autors auf einen Benimm-Ratgeber reduziert. Jede neue Ausgabe fügt aktuelle Anstandsregeln hinzu, an die Knigge sich nie gehalten hat. Heute wird sein Werk unter anderem zum Business- und Essensregeln-Ratgeber reduziert. Dabei erinnert sein Grabstein im Bremer Dom daran, dass er "Bürgerfreund, Aufklärer, Völkerlehrer“ war. Einer, der das steife Korsett der Rituale aufschnüren will. In seinem Buch geht es stattdessen um wahren menschlichen Anstand, der auch in Zeiten des Wandels Halt und Orientierung gibt. Ja, auch heute können wir das gut gebrauchen.

Worin sich alle Experten einig sind: Um im Berufsleben zu punkten, sollte man sich auf dem Parkett sicher bewegen, mit unvorhersehbaren Situationen und allen Gesellschaftskreisen zurechtkommen. Erst wer die Regeln kennt, kann damit jonglieren, ohne ins Fettnäpfchen zu tappen und gibt Ihnen mehr Sicherheit für alle Eventualitäten des beruflichen Alltags.

Verstehen Sie die "Knigge-Regeln" doch einmal als eine „Fremdsprache“, die Sie fließend lernen und verinnerlichen können, um sich gerade in wichtigen Situationen auf das Gespräch konzentrieren zu können - und nicht auf die "Grammatik" und "Vokabeln". Eines dürfen Sie dabei keinesfalls vergessen: Ihr Benehmen entsteht aus der Kombination Ihrer inneren Haltung und der Kenntnis der "Knigge-Regeln".

Gutes Benehmen muss von innen heraus kommen um wirklich „echt“ und überzeugend zu wirken und zu sein. Sie müssen meinen was Sie sagen und sich entsprechend verhalten. Dabei gilt für mich der alte und verbreitete Grundsatz der praktischen Ethik: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

 

(Bildquelle: IStockPhoto.com/Wavebreakmedia)

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Die korrekte Begrüßung und Vorstellung, wenn mehrere Menschen unterschiedlicher Positionen aufeinander treffen. Eigentlich ganz einfach, wenn man weiß wie.
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